Morgenlese · Nr. 16B2Culture4 min
Das Stadtfest
Foto: picsbyjameslee / Pixabay
In this story
- – Read a short story about culture
- – Learn 8 words
- – Practice Passiv (passive voice)
- – Practice Genitiv (genitive case)
merkwürdig, das Geheimnis, die Sitzung, die Genehmigung, organisieren, aufbauen, unterbrechen, auffällig
Tap any word you don't know.
Jedes Jahr im September wird in Kleinhausen das Stadtfest gefeiert, und seit dreißig Jahren wird es von Frau Brandt organisiert. Die Vorsitzende des Festkomitees besitzt drei Klemmbretter und traut keinem davon. „Die Bühne wird am Donnerstag aufgebaut“, las sie bei der letzten Sitzung vor. „Die Bänke werden von der Feuerwehr gebracht, und die Kuchen werden wie immer vom Kirchenchor gebacken.“
Doch in diesem Jahr wurde während der Sitzung auffällig viel geflüstert. Als Frau Brandt nach dem Programm des Samstagabends fragte, wechselte man schnell das Thema. Herr Yilmaz, der Kassenwart des Komitees, wurde rot und murmelte: „Die Blaskapelle hat sich noch nicht gemeldet.“ Das war merkwürdig, denn die Blaskapelle meldete sich sonst immer innerhalb einer Stunde.
Am Freitag wurde es noch seltsamer. Am Rand des Marktplatzes wurde ein riesiges Tuch über etwas Großes gehängt, und niemand wollte erklären, was darunter war. Hinter dem Rathaus wurde gehämmert, aber sobald Frau Brandt um die Ecke kam, war es sofort still. „Hier wird doch nicht etwa ohne meine Genehmigung gebaut?“, fragte sie streng. „Keine Sorge, Frau Brandt“, sagte der Bürgermeister und lächelte etwas zu freundlich. Wegen all dieser Geheimnisse schlief sie zum ersten Mal seit Jahren schlecht.
Am Samstag war der Marktplatz trotz des grauen Himmels voller Menschen. Am Abend wurde die Musik plötzlich unterbrochen, und Frau Brandt wurde auf die Bühne gebeten. Dann fiel das Tuch. Darunter stand eine neue Holzbank mit einem Messingschild: „Für Frau Brandt, die Seele unseres Stadtfestes. Dreißig Jahre, und kein einziger Kuchen wurde vergessen.“
Die ganze Stadt applaudierte. Frau Brandt stand lange schweigend da, dann zog sie ein Klemmbrett aus der Tasche. „Sehr schön“, sagte sie mit feuchten Augen. „Aber wer hat diese Bank eigentlich genehmigt?“ Der Bürgermeister zeigte auf Herrn Yilmaz. Herr Yilmaz zeigte auf den Kirchenchor. Und der Kirchenchor begann sehr laut zu singen.
Grammar from this story
Passiv (passive voice)
The passive focuses on the action, not on who does it: Das Haus wird gebaut. It is built with werden in position 2 and the Partizip II at the end. In the past, use wurde: Das Haus wurde 1990 gebaut. With modal verbs, the end becomes Partizip II + werden: Das muss repariert werden.
werden / wurde (position 2) … Partizip II (end) · modal … Partizip II + werden
From the story
- Jedes Jahr im September wird in Kleinhausen das Stadtfest gefeiert, und seit dreißig Jahren wird es von Frau Brandt organisiert.
- Die Bänke werden von der Feuerwehr gebracht, und die Kuchen werden wie immer vom Kirchenchor gebacken.
- Am Abend wurde die Musik plötzlich unterbrochen, und Frau Brandt wurde auf die Bühne gebeten.
Common mistake
Forgetting werden after a modal verb.
Das Auto muss repariert.
Das Auto muss repariert werden.
Genitiv (genitive case)
The Genitiv shows who something belongs to: das Auto des Lehrers, die Farbe der Wand. Masculine and neuter use des (eines), and the noun gets -s or -es; feminine and plural use der. It also follows prepositions like wegen, trotz, and während. In everyday speech, people often use von + dative instead.
masc. / neut.: des + noun-(e)s · fem. / plural: der + noun · wegen / trotz / während + genitive
From the story
- Die Vorsitzende des Festkomitees besitzt drei Klemmbretter und traut keinem davon.
- Wegen all dieser Geheimnisse schlief sie zum ersten Mal seit Jahren schlecht.
- Am Samstag war der Marktplatz trotz des grauen Himmels voller Menschen.
Common mistake
Forgetting the -s on masculine and neuter nouns.
Das ist das Auto des Lehrer.
Das ist das Auto des Lehrers.
Words from this story
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