Morgenlese · Nr. 20B2Food4 min
Das vegane Restaurant im Dorf
In this story
- – Read a short story about food
- – Learn 7 words
- – Practice Konjunktiv I (indirect speech)
- – Practice Genitiv (genitive case)
längst, allerdings, der Stammtisch, die Überraschung, behaupten, eindeutig, satt
Tap any word you don't know.
Als bekannt wurde, dass in der alten Schmiede von Oberzell ein veganes Restaurant eröffnen sollte, sprach der Stammtisch des Gasthofs Hirsch drei Abende lang über nichts anderes. Die Besitzerin, eine gewisse Leila Haddad aus München, habe noch nie eine Schweinshaxe gegessen, berichtete der Wirt. Das wisse er von seinem Cousin.
Die Meinungen waren eindeutig. Der Kommandant der Feuerwehr meinte, so etwas sei in der Stadt vielleicht modern, auf dem Land halte es keine drei Monate. Der alte Bauer Gruber erklärte, ohne Fleisch werde kein Mensch satt, das wisse man seit Jahrhunderten. Am lautesten war aber Alois Wimmer, der Metzger des Dorfes. Wer Tofu esse, habe den Sinn des Lebens nicht verstanden.
Am Eröffnungsabend war das kleine Lokal trotz des Regens voll. Man wolle nur einmal schauen, hieß es überall, man bleibe sicher nicht lange. Leila servierte Knödel mit Pilzrahm, Krautsalat mit gerösteten Nüssen und zum Nachtisch einen Kaiserschmarrn ohne Ei, über den noch wochenlang geredet wurde. Gegen zehn bestellte der Kommandant eine zweite Portion, allerdings ziemlich leise.
Nur Alois Wimmer war nicht gekommen. Umso größer war die Überraschung, als er drei Wochen später mittags in der Tür stand, die Mütze in der Hand. Seine Frau sei für einen Monat bei ihrer Schwester in Rosenheim, erklärte er, und er selbst könne nicht kochen. Ob es etwas gebe, das nicht nach Gemüse schmecke?
Seitdem kommt Wimmer jeden Mittag. Er sitzt immer am selben Tisch in der Ecke, wo man ihn von der Straße aus nicht sieht. Seine Frau ist längst zurück, doch er kommt trotzdem. Am Stammtisch behauptet er, er gehe nur wegen der freundlichen Wirtin hin. Leila weiß es besser. Gestern hat er sie nach dem Rezept ihrer Linsenpflanzerl gefragt, für seine Metzgerei.
Grammar from this story
Konjunktiv I (indirect speech)
Konjunktiv I is used to report what someone else said, mostly in the news and in formal writing. It shows that you are only passing on the words, not confirming them. The common forms are for er/sie/es: stem + -e (er habe, sie komme, er könne, sie werde), and sein becomes sei. If a form looks the same as the normal present, use Konjunktiv II instead: Sie sagen, sie hätten keine Zeit.
er / sie / es: stem + -e (habe, komme, könne, werde) · sein → sei
From the story
- Die Besitzerin, eine gewisse Leila Haddad aus München, habe noch nie eine Schweinshaxe gegessen, berichtete der Wirt.
- Wer Tofu esse, habe den Sinn des Lebens nicht verstanden.
- Seine Frau sei für einen Monat bei ihrer Schwester in Rosenheim, erklärte er, und er selbst könne nicht kochen.
Common mistake
In news or formal writing, using the normal present instead of Konjunktiv I.
Der Minister sagte, er ist krank.
Der Minister sagte, er sei krank.
Genitiv (genitive case)
The Genitiv shows who something belongs to: das Auto des Lehrers, die Farbe der Wand. Masculine and neuter use des (eines), and the noun gets -s or -es; feminine and plural use der. It also follows prepositions like wegen, trotz, and während. In everyday speech, people often use von + dative instead.
masc. / neut.: des + noun-(e)s · fem. / plural: der + noun · wegen / trotz / während + genitive
From the story
- Am lautesten war aber Alois Wimmer, der Metzger des Dorfes.
- Am Eröffnungsabend war das kleine Lokal trotz des Regens voll.
- Gestern hat er sie nach dem Rezept ihrer Linsenpflanzerl gefragt, für seine Metzgerei.
Common mistake
Forgetting the -s on masculine and neuter nouns.
Das ist das Auto des Lehrer.
Das ist das Auto des Lehrers.
Words from this story
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