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Morgenlese · Nr. 32B2Technology4 min

Der Algorithmus des Verlags

In this story
  • – Read a short story about technology
  • – Learn 8 words
  • – Practice Passiv (passive voice)
  • – Practice Konjunktiv I (indirect speech)

der Hersteller, die Begründung, die Auflage, einreichen, misstrauen, ablehnen, empfehlen, verbessern

Tap any word you don't know.

Im Verlag Brenner werden jedes Jahr fast dreitausend Manuskripte eingereicht. Früher wurden sie alle von Lektorinnen gelesen, doch seit dem Frühjahr werden sie zuerst von einer Software geprüft. Das Programm berechnet, wie wahrscheinlich ein Buch ein Erfolg wird. Der Hersteller hatte versprochen, es irre sich fast nie, und es sei billiger als jede Lektorin.

Die Lektorin Miriam Sander misstraute dem Programm von Anfang an. Eines Abends sah sie sich die Liste der abgelehnten Texte an. Ganz unten stand ein Roman über eine alte Frau, die auf einer Nordseeinsel einen Leuchtturm bewacht. Die Software hatte ihm zwei Prozent gegeben. Die Begründung: Die Handlung sei zu langsam, die Heldin zu alt, und das Wort „Möwe“ komme dreihundertmal vor.

Miriam las den Roman in einer einzigen Nacht. Am nächsten Morgen legte sie ihn dem Verleger auf den Schreibtisch. Herr Brenner seufzte. Die Software sei teuer gewesen, sagte er, und man könne ihre Ergebnisse nicht einfach ignorieren. Doch Miriam ließ nicht locker, und schließlich wurde eine kleine Auflage von zweitausend Exemplaren gedruckt.

Was dann geschah, kann bis heute niemand genau erklären. Das Buch wurde in einer Fernsehsendung empfohlen, in den Buchhandlungen wurde es neben die Kasse gelegt, und nach drei Monaten stand es auf Platz eins der Bestsellerliste. Die Autorin, eine pensionierte Lehrerin aus Husum, wurde zu Lesungen im ganzen Land eingeladen.

Im Herbst kam ein Brief vom Hersteller der Software. Man habe das Programm verbessert, hieß es darin. Es erkenne jetzt auch Bücher, in denen viele Möwen vorkämen. Miriam lächelte und legte den Brief auf den Stapel der abgelehnten Manuskripte. Ganz nach unten.


Grammar from this story

Passiv (passive voice)

The passive focuses on the action, not on who does it: Das Haus wird gebaut. It is built with werden in position 2 and the Partizip II at the end. In the past, use wurde: Das Haus wurde 1990 gebaut. With modal verbs, the end becomes Partizip II + werden: Das muss repariert werden.

werden / wurde (position 2) … Partizip II (end) · modal … Partizip II + werden

From the story

  • Im Verlag Brenner werden jedes Jahr fast dreitausend Manuskripte eingereicht.
  • Früher wurden sie alle von Lektorinnen gelesen, doch seit dem Frühjahr werden sie zuerst von einer Software geprüft.
  • Die Autorin, eine pensionierte Lehrerin aus Husum, wurde zu Lesungen im ganzen Land eingeladen.

Common mistake

Forgetting werden after a modal verb.

Das Auto muss repariert.

Das Auto muss repariert werden.

Konjunktiv I (indirect speech)

Konjunktiv I is used to report what someone else said, mostly in the news and in formal writing. It shows that you are only passing on the words, not confirming them. The common forms are for er/sie/es: stem + -e (er habe, sie komme, er könne, sie werde), and sein becomes sei. If a form looks the same as the normal present, use Konjunktiv II instead: Sie sagen, sie hätten keine Zeit.

er / sie / es: stem + -e (habe, komme, könne, werde) · sein → sei

From the story

  • Die Begründung: Die Handlung sei zu langsam, die Heldin zu alt, und das Wort „Möwe“ komme dreihundertmal vor.
  • Die Software sei teuer gewesen, sagte er, und man könne ihre Ergebnisse nicht einfach ignorieren.
  • Man habe das Programm verbessert, hieß es darin.

Common mistake

In news or formal writing, using the normal present instead of Konjunktiv I.

Der Minister sagte, er ist krank.

Der Minister sagte, er sei krank.

Words from this story

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