Morgenlese · Nr. 92B2Relationships4 min
Die Erbschaft
In this story
- – Read a short story about relationships
- – Learn 8 words
- – Practice Genitiv (genitive case)
- – Practice Konjunktiv II (would, could)
die Handschrift, dringend, die Geschwister, der Streit, der Dachboden, die Miete, vermieten, einigen
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Nach dem Tod ihrer Mutter trafen sich die drei Geschwister zum ersten Mal seit Jahren im Haus der Eltern. Das Haus stand am Rand eines kleinen Dorfes, mit einem Garten voller Apfelbäume und einem Dach, das dringend repariert werden müsste. Thomas, der Älteste, hatte schon eine Mappe mit Zahlen mitgebracht.
„Wenn wir es jetzt verkaufen würden, bekäme jeder von uns genug für eine eigene Wohnung“, sagte er. Clara, die Jüngste, schüttelte den Kopf. „Ich könnte hier wohnen und von zu Hause arbeiten. Wäre das nicht viel schöner?“ Marie, die Mittlere, schwieg. Sie lebte in Hamburg und hätte das Haus am liebsten vermietet, aber sie wollte nicht wieder zwischen ihren Geschwistern stehen, wie schon als Kind.
Um dem Streit zu entkommen, stieg Marie auf den Dachboden. Dort lag der Staub dreier Jahrzehnte auf Kisten, Koffern und alten Skiern. In einer Kiste fand sie die Schulhefte ihres Bruders, in einer anderen die ersten Zeichnungen ihrer Schwester. Ganz unten lag ein Umschlag mit der Handschrift ihres Vaters: „Für den Fall eines Streits.“
Marie las den Brief unten in der Küche vor. „Falls ihr euch wegen des Hauses streitet“, hatte der Vater geschrieben, „wäre es mir lieber, ihr würdet es verkaufen und euch weiter besuchen. Ein Haus ohne Familie ist nur ein Dach. Eure Mutter sagt übrigens, Clara soll den Garten bekommen. Sie hat, wie immer, recht.“
Lange sagte niemand etwas. Dann lachte Thomas zum ersten Mal an diesem Tag. „Typisch Papa. Er hat sogar unseren Streit geplant.“ Am Abend einigten sie sich: Clara würde im Haus wohnen und den beiden anderen eine kleine Miete zahlen, und das neue Dach würden sie gemeinsam bezahlen. Thomas, der das Haus eigentlich verkaufen wollte, trug sich als Erster für die Sommerferien im alten Kinderzimmer ein.
Grammar from this story
Genitiv (genitive case)
The Genitiv shows who something belongs to: das Auto des Lehrers, die Farbe der Wand. Masculine and neuter use des (eines), and the noun gets -s or -es; feminine and plural use der. It also follows prepositions like wegen, trotz, and während. In everyday speech, people often use von + dative instead.
masc. / neut.: des + noun-(e)s · fem. / plural: der + noun · wegen / trotz / während + genitive
From the story
- Nach dem Tod ihrer Mutter trafen sich die drei Geschwister zum ersten Mal seit Jahren im Haus der Eltern.
- Dort lag der Staub dreier Jahrzehnte auf Kisten, Koffern und alten Skiern.
- In einer Kiste fand sie die Schulhefte ihres Bruders, in einer anderen die ersten Zeichnungen ihrer Schwester.
Common mistake
Forgetting the -s on masculine and neuter nouns.
Das ist das Auto des Lehrer.
Das ist das Auto des Lehrers.
Konjunktiv II (would, could)
Konjunktiv II is used for wishes, polite requests, and things that are not real. Most verbs use würde + infinitive at the end: Ich würde gern reisen. The verbs sein, haben, and modal verbs have their own forms: wäre, hätte, könnte, müsste. Typical examples: Wenn ich Zeit hätte, … / Könnten Sie mir helfen?
würde (position 2) … infinitive (end) · wäre / hätte / könnte
From the story
- Wenn wir es jetzt verkaufen würden, bekäme jeder von uns genug für eine eigene Wohnung.
- Ich könnte hier wohnen und von zu Hause arbeiten.
- Sie lebte in Hamburg und hätte das Haus am liebsten vermietet, aber sie wollte nicht wieder zwischen ihren Geschwistern stehen, wie schon als Kind.
Common mistake
Forgetting the umlaut, which turns it into the past tense.
Ich hatte gern einen Kaffee.
Ich hätte gern einen Kaffee.
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