Morgenlese · Nr. 104B2Work4 min
Die Kündigung
Foto: 267490 / Pixabay
In this story
- – Read a short story about work
- – Learn 7 words
- – Practice Konjunktiv I (indirect speech)
höflich, aufgeben, erfinden, das Gerücht, die Lage, der Umsatz, die Kündigung
Tap any word you don't know.
Am Montag rief Herr Brenner, der Geschäftsführer, alle Mitarbeiter in den großen Besprechungsraum. Er sprach zwanzig Minuten lang und lächelte dabei ununterbrochen. Dana, die seit sieben Jahren in der Buchhaltung arbeitete, schrieb wie immer mit.
In ihren Notizen stand später: Die Firma sei in einer hervorragenden Lage. Die Umsätze seien stabil, die Kunden zufrieden, und die Gerüchte über einen Verkauf habe jemand erfunden, der zu viel Zeit habe. Niemand müsse sich Sorgen machen. Man werde gemeinsam in die Zukunft gehen. Wer Fragen habe, könne jederzeit zu ihm kommen, seine Tür stehe immer offen.
Dana hatte durchaus eine Frage, denn sie kannte die Zahlen. Doch Herrn Brenners Tür blieb in den folgenden Tagen geschlossen. Seine Assistentin erklärte, er sei leider auf Geschäftsreise und habe keine Termine frei. Am Abend stand Dana in ihrer Küche und knetete Teig, wie immer, wenn sie nachdenken musste. Ihre Großmutter hatte oft gesagt, wer gutes Brot backen könne, brauche vor nichts Angst zu haben.
Zwei Wochen später lag Danas Kündigung auf Herrn Brenners Schreibtisch. Die Kollegen hielten sie für verrückt. Man gebe doch keine sichere Stelle auf, nur wegen eines Gefühls, meinte Frau Lorenz vom Nebentisch. Dana mietete trotzdem einen kleinen Laden in der Altstadt, kaufte einen gebrauchten Ofen und stand ab März jeden Morgen um vier Uhr in der Backstube.
Im Mai las sie in der Zeitung, die Firma werde verkauft, und ein Drittel der Stellen solle wegfallen. Am selben Morgen stand Herr Brenner in ihrer Bäckerei und bestellte ein Roggenbrot. Er fragte höflich, wie das Geschäft laufe. Dana reichte ihm das Brot und lächelte. „Hervorragend“, sagte sie. „Niemand muss sich Sorgen machen.“
Grammar from this story
Konjunktiv I (indirect speech)
Konjunktiv I is used to report what someone else said, mostly in the news and in formal writing. It shows that you are only passing on the words, not confirming them. The common forms are for er/sie/es: stem + -e (er habe, sie komme, er könne, sie werde), and sein becomes sei. If a form looks the same as the normal present, use Konjunktiv II instead: Sie sagen, sie hätten keine Zeit.
er / sie / es: stem + -e (habe, komme, könne, werde) · sein → sei
From the story
- Die Firma sei in einer hervorragenden Lage.
- Niemand müsse sich Sorgen machen.
- Seine Assistentin erklärte, er sei leider auf Geschäftsreise und habe keine Termine frei.
Common mistake
In news or formal writing, using the normal present instead of Konjunktiv I.
Der Minister sagte, er ist krank.
Der Minister sagte, er sei krank.
Words from this story
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7 questions about the story, its words and grammar.