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Morgenlese · Nr. 116B2Daily life4 min

Die Mieterhöhung

In this story
  • – Read a short story about daily life
  • – Learn 6 words
  • – Practice Konjunktiv I (indirect speech)
  • – Practice Genitiv (genitive case)

die Bedingung, die Hausverwaltung, der Spielraum, das Versehen, vermachen, rechtmäßig

Tap any word you don't know.

Der Brief der Hausverwaltung kam an einem Montag, und am Dienstag sprach das ganze Haus von nichts anderem. Wegen der gestiegenen Kosten steige die Miete ab Januar um zwanzig Prozent, hieß es darin. Eine Begründung fehlte.

Herr Nowak aus dem dritten Stock rief sofort bei der Verwaltung an. Danach berichtete er im Treppenhaus, eine Mitarbeiterin habe ihm erklärt, die Erhöhung sei völlig rechtmäßig. Das Dach sei vor zwei Jahren erneuert worden, und das müsse nun eben bezahlt werden. Familie Demir hatte eine ganz andere Antwort bekommen: Man habe leider keinen Spielraum, die Entscheidung komme direkt vom Eigentümer.

Nur Frau Jovanović, mit siebenundachtzig Jahren die älteste Mieterin des Hauses, sagte nichts. Sie zog ihren Wintermantel an und fuhr mit der Straßenbahn ins Stadtarchiv. Dort verbrachte sie drei Nachmittage mit vergilbten Akten, alten Bauplänen und einer Lupe.

Am Freitag lud sie alle Nachbarn in ihre Küche ein. Auf dem Tisch lag die Kopie eines Testaments aus dem Jahr neunzehnhundertachtundzwanzig. Eine gewisse Margarethe Hartmann, die Witwe eines Fabrikanten, hatte das Haus der Stadt vermacht, allerdings unter einer Bedingung: Die Miete dürfe niemals mehr als ein Viertel des Monatslohns eines Arbeiters betragen. „Und daran“, sagte Frau Jovanović und tippte auf das Papier, „ist die Stadt bis heute gebunden.“

Herr Nowak schickte die Kopie noch am selben Abend an die Verwaltung. Die Antwort kam erstaunlich schnell: Es handle sich um ein bedauerliches Versehen, man bitte vielmals um Entschuldigung. Frau Jovanović hängte das Testament ins Treppenhaus, gleich neben die Hausordnung. „Damit es der nächste Verwalter auch liest“, sagte sie.


Grammar from this story

Konjunktiv I (indirect speech)

Konjunktiv I is used to report what someone else said, mostly in the news and in formal writing. It shows that you are only passing on the words, not confirming them. The common forms are for er/sie/es: stem + -e (er habe, sie komme, er könne, sie werde), and sein becomes sei. If a form looks the same as the normal present, use Konjunktiv II instead: Sie sagen, sie hätten keine Zeit.

er / sie / es: stem + -e (habe, komme, könne, werde) · sein → sei

From the story

  • Danach berichtete er im Treppenhaus, eine Mitarbeiterin habe ihm erklärt, die Erhöhung sei völlig rechtmäßig.
  • Man habe leider keinen Spielraum, die Entscheidung komme direkt vom Eigentümer.
  • Es handle sich um ein bedauerliches Versehen, man bitte vielmals um Entschuldigung.

Common mistake

In news or formal writing, using the normal present instead of Konjunktiv I.

Der Minister sagte, er ist krank.

Der Minister sagte, er sei krank.

Genitiv (genitive case)

The Genitiv shows who something belongs to: das Auto des Lehrers, die Farbe der Wand. Masculine and neuter use des (eines), and the noun gets -s or -es; feminine and plural use der. It also follows prepositions like wegen, trotz, and während. In everyday speech, people often use von + dative instead.

masc. / neut.: des + noun-(e)s · fem. / plural: der + noun · wegen / trotz / während + genitive

From the story

  • Der Brief der Hausverwaltung kam an einem Montag, und am Dienstag sprach das ganze Haus von nichts anderem.
  • Nur Frau Jovanović, mit siebenundachtzig Jahren die älteste Mieterin des Hauses, sagte nichts.
  • Die Miete dürfe niemals mehr als ein Viertel des Monatslohns eines Arbeiters betragen.

Common mistake

Forgetting the -s on masculine and neuter nouns.

Das ist das Auto des Lehrer.

Das ist das Auto des Lehrers.

Words from this story

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