Morgenlese · Nr. 148B2Daily life4 min
Ein Jahr ohne Auto
Foto: wal_172619_II / Pixabay
In this story
- – Read a short story about daily life
- – Learn 6 words
- – Practice Passiv (passive voice)
- – Practice Konjunktiv II (would, could)
die Versicherung, aushalten, entscheiden, ausgeben, erstaunlich, schimpfen
Tap any word you don't know.
Als Familie Hartmann im letzten Frühling ihren alten Kombi verkaufte, wurde im Freundeskreis sofort gewettet. „Ohne Auto? Mit zwei Kindern und einem Hund?“, fragte Tante Gisela. „Das würde ich keine zwei Wochen aushalten.“ Jens und Katrin wollten es trotzdem ein Jahr lang versuchen. Danach sollte neu entschieden werden.
Am Anfang wurde alles genau geplant. Ein gebrauchtes Lastenrad wurde gekauft, der Wocheneinkauf wurde online bestellt, und die Zugtickets für den Sommerurlaub wurden schon im Januar reserviert. Trotzdem wurde im ersten Monat viel geschimpft, vor allem an Regentagen, wenn die Kinder zur Schule gebracht werden mussten.
Mit der Zeit wurde vieles anders organisiert als geplant. Mit den Nachbarn wurde ein Auto geteilt, das erstaunlich selten benutzt wurde. Zum Fußballtraining fuhren die Kinder bald allein mit dem Fahrrad. Und der Hund, der früher meistens auf der Rückbank gelegen hatte, wurde beim Tierarzt kaum wiedererkannt, so schlank war er geworden.
Natürlich gab es auch schwierige Abende. „Mit einem Auto wären wir längst zu Hause“, sagte Katrin im Dezember an einer dunklen Bushaltestelle. „Stimmt“, antwortete Jens, „aber dann hätten wir kein Geld für Italien.“ Dort verbrachten sie im Sommer zwei Wochen, bezahlt von dem Geld, das sonst für Benzin, Versicherung und Reparaturen ausgegeben worden wäre.
Im April wurde, wie versprochen, neu entschieden. Die Familie ging sogar in ein Autohaus, und die Kinder setzten sich in einen glänzenden Kombi. „Den könnten Sie nächste Woche abholen“, sagte der Verkäufer. Da fragte die kleine Lotte, ob der Hund dann wieder dick werden würde. Niemand lachte. Auf dem Heimweg im Bus wurde nicht mehr über Autos gesprochen. Nur Tante Gisela fragt bis heute bei jedem Familienfest, wann das Experiment endlich vorbei sei.
Grammar from this story
Passiv (passive voice)
The passive focuses on the action, not on who does it: Das Haus wird gebaut. It is built with werden in position 2 and the Partizip II at the end. In the past, use wurde: Das Haus wurde 1990 gebaut. With modal verbs, the end becomes Partizip II + werden: Das muss repariert werden.
werden / wurde (position 2) … Partizip II (end) · modal … Partizip II + werden
From the story
- Am Anfang wurde alles genau geplant.
- Ein gebrauchtes Lastenrad wurde gekauft, der Wocheneinkauf wurde online bestellt, und die Zugtickets für den Sommerurlaub wurden schon im Januar reserviert.
- Mit den Nachbarn wurde ein Auto geteilt, das erstaunlich selten benutzt wurde.
Common mistake
Forgetting werden after a modal verb.
Das Auto muss repariert.
Das Auto muss repariert werden.
Konjunktiv II (would, could)
Konjunktiv II is used for wishes, polite requests, and things that are not real. Most verbs use würde + infinitive at the end: Ich würde gern reisen. The verbs sein, haben, and modal verbs have their own forms: wäre, hätte, könnte, müsste. Typical examples: Wenn ich Zeit hätte, … / Könnten Sie mir helfen?
würde (position 2) … infinitive (end) · wäre / hätte / könnte
From the story
- Das würde ich keine zwei Wochen aushalten.
- „Mit einem Auto wären wir längst zu Hause“, sagte Katrin im Dezember an einer dunklen Bushaltestelle.
- „Stimmt“, antwortete Jens, „aber dann hätten wir kein Geld für Italien.“
Common mistake
Forgetting the umlaut, which turns it into the past tense.
Ich hatte gern einen Kaffee.
Ich hätte gern einen Kaffee.
Words from this story
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