Morgenlese · Nr. 152B2Travel4 min
Mit dem Glacier Express
Foto: LSC / Pixabay
In this story
- – Read a short story about travel
- – Learn 6 words
- – Practice Passiv (passive voice)
- – Practice Genitiv (genitive case)
der Fahrgast, enttäuscht, die Schlucht, gelten, vornehmen, sprengen
Tap any word you don't know.
Der Glacier Express gilt als der langsamste Schnellzug der Welt: Für die Strecke von Zermatt bis ins Engadin braucht er fast acht Stunden. Noemi hatte die Reise von ihrer Großmutter zum sechzehnten Geburtstag bekommen und sich fest vorgenommen, die ganze Fahrt über aufs Handy zu schauen. Ruth sagte nichts dazu. Sie sah aus dem Fenster und lächelte.
Über Kopfhörer wurde die Geschichte der Strecke erzählt. Die Gleise wurden vor über hundert Jahren verlegt, zum großen Teil von Hand. Tunnel wurden durch den Fels gesprengt, Brücken wurden über tiefe Schluchten gebaut, und im Winter musste die Arbeit wegen des Schnees oft monatelang unterbrochen werden. Noemi hörte nur mit einem Ohr zu.
Auch die anderen Fahrgäste hatten ihre Geschichten. Ein junges Paar aus Osaka verbrachte hier seine Flitterwochen und fotografierte jede einzelne Kuh. Ein älterer Herr aus Hamburg fuhr die Strecke zum zwölften Mal. Früher war er mit seiner Frau gereist, seit ihrem Tod reiste er allein, bestellte aber trotzdem immer zwei Gläser Wein.
Kurz vor Filisur wurde es im Wagen still. Der Zug rollte langsam über das Landwasserviadukt, und tief unter den Fenstern öffnete sich die Schlucht. „Die Namen der meisten Arbeiter sind nicht bekannt“, sagte die Stimme im Kopfhörer. Da zog Ruth ein altes Foto aus ihrer Handtasche. Darauf standen zwölf Männer mit Schaufeln auf einer halbfertigen Brücke. „Der dritte von links ist mein Großvater“, sagte sie. „Er kam aus Bergamo.“
Noemi nahm die Kopfhörer ab und legte das Handy weg. Bis ins Engadin wurde nicht mehr aufs Display geschaut, sondern gefragt: nach dem Großvater, nach Bergamo, nach den Wintern in den Bergen. Als der Zug am Abend ankam, war Noemi beinahe enttäuscht. „Für den langsamsten Schnellzug der Welt“, sagte sie, „war das ziemlich schnell.“
Grammar from this story
Passiv (passive voice)
The passive focuses on the action, not on who does it: Das Haus wird gebaut. It is built with werden in position 2 and the Partizip II at the end. In the past, use wurde: Das Haus wurde 1990 gebaut. With modal verbs, the end becomes Partizip II + werden: Das muss repariert werden.
werden / wurde (position 2) … Partizip II (end) · modal … Partizip II + werden
From the story
- Über Kopfhörer wurde die Geschichte der Strecke erzählt.
- Die Gleise wurden vor über hundert Jahren verlegt, zum großen Teil von Hand.
- Tunnel wurden durch den Fels gesprengt, Brücken wurden über tiefe Schluchten gebaut, und im Winter musste die Arbeit wegen des Schnees oft monatelang unterbrochen werden.
Common mistake
Forgetting werden after a modal verb.
Das Auto muss repariert.
Das Auto muss repariert werden.
Genitiv (genitive case)
The Genitiv shows who something belongs to: das Auto des Lehrers, die Farbe der Wand. Masculine and neuter use des (eines), and the noun gets -s or -es; feminine and plural use der. It also follows prepositions like wegen, trotz, and während. In everyday speech, people often use von + dative instead.
masc. / neut.: des + noun-(e)s · fem. / plural: der + noun · wegen / trotz / während + genitive
From the story
- Der Glacier Express gilt als der langsamste Schnellzug der Welt: Für die Strecke von Zermatt bis ins Engadin braucht er fast acht Stunden.
- „Die Namen der meisten Arbeiter sind nicht bekannt“, sagte die Stimme im Kopfhörer.
- Über Kopfhörer wurde die Geschichte der Strecke erzählt.
Common mistake
Forgetting the -s on masculine and neuter nouns.
Das ist das Auto des Lehrer.
Das ist das Auto des Lehrers.
Words from this story
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